Steno Übersetzung und Kurzschrift Systeme

Die Deutsche Einheitskurzschrift wird (und wurde) vor allem als Notizschrift, als Protokollschrift bei Konferenzen, Debatten, Kongressen und Gerichtsverhandlungen oder als Mitschrift in Hochschulkreisen und im Journalismus benutzt. Früher galt sie auch als gängige Diktatschrift. Um eine gute Steno Übersetzung gewährleisten zu können, ist es unabdingbar, dass der Übersetzer mit den verschiedenen Systemen vertraut ist, diese zumindest sicher erkennt und teilweise auch beherrscht. Denn vor allem bei historischen Dokumenten, welche vor der Einführung der Deutschen Einheitskurzschrift im Jahre 1924 entstanden sind, ist eine genaue Zuordnung des benutzten Systems von immenser Bedeutung.

Denn vor der Vereinheitlichung des Stenographiesystems in Deutschland und Österreich gab es zahlreiche Systemerfinder und zahlreiche Stenographiesysteme (fast 800 Kurzschriftsysteme). Bedeutende Erfinder sind unter anderem Franz Xaver Gabelsberger (1834), Heinrich August Wilhelm Stolze (1841), Leopold Alexander Friedrich Arends (1850) und Ferdinand Schrey (1887)- wobei es sich hier wirklich nur um eine kleine Auswahl der Systemerfinder handelt. Doch schon anhand dieser kleinen Auswahl wird deutlich, dass Stenographie bei weitem nicht einfach nur Stenographie ist- vor allem bei historischen Dokumenten vor 1924.

Somit muss vor einer Steno Übersetzung zunächst einmal festgestellt werden, welchem System sie zuzuordnen ist. Des Weiteren erfolgt eine genaue Sichtung des Materials, denn wie auch bei jeder Handschrift, ist auch die Kurzschrift individuell geprägt und erfordert einiges an Einlesevermögen. Hinzukommen eventuelle fachliche Kürzel und Wendungen, welche so im benutztem System nicht vorgesehen waren und wo der Stenotypist individuelle Kürzel benutzt hat. Dieser Aufwand verdeutlicht recht gut, dass eine Steno Übersetzung nicht ganz unproblematisch ist und einiges an Erfahrung hinsichtlich des Übersetzers benötigt. Auch ein guter Stenotypist ist somit nicht immer in der Lage ein Kurzschriftdokument einfach “herunterzulesen”, denn er kann bei weitem nicht alle Kurzschriftsysteme beherrschen, die historisch betrachtet irgendwann einmal im Umlauf waren. Bei älteren Dokumenten ist es von daher in jedem Fall immer hilfreich recht zahlreiche Angaben hinsichtlich des Verfassers (Geburtsjahr und Geburtsort des Verfassers, Zeit und Ort des Schulbesuchs, gegebenenfalls Hochschulbesuchs) und des Dokuments (Entstehung und Hintergrund des Stenogramms) zu machen, um das benutzte Kurzschriftsystem leichter und schneller identifizieren zu können und dementsprechend einem Stenotypisten zuzuordnen, der mit dem System vertraut ist und eine Steno Übersetzung ausführen kann. Des Weiteren muss eine adäquate Steno Übersetzung hinsichtlich Rechtschreibung und Grammatik eindeutig korrekt und fehlerfrei in die Langschrift übertragen werden. Die Kurzschriftsysteme an sich sind diesbezüglich etwas freier, denn die Rechtschreibung in der Kurzschrift wird grundsätzlich außen vor gelassen. Mitlautverdopplungen gibt es nicht, die Großschreibung findet keine Beachtung, auch gibt es keine Silbendehnung oder doppelte Selbstlaute. Eigen- und Fremdnamen sowie geografische Bezeichnungen werden geschrieben wie sie gehört werden.

Gängige Kurzschriftsysteme, vor allem eine Steno Übersetzung aus der Deutschen Einheitskurzschrift, sind jedoch relativ problemlos und schnell zu bewerkstelligen- auch wenn sie den Laien vor ein schier unüberwindbares Hindernis zu stellen scheinen. Eine aufwendiges Erlernen des Kurzschriftsystems ist für eine Steno Übersetzung nicht zwingend erforderlich, denn wir bieten diesbezüglich schnelle und diskrete Hilfe an und übernehmen die fehlerfreie Übertragung in die Langschrift.